109. GV der Solothurner Gärtner im Velodrome Grenchen
Die Generalversammlung der Jardin Suisse Regionalsektion Solothurn fand am 21. Januar 2026 im Velodrom Grenchen statt. 50 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung, genossen im Vorfeld den eindrücklichen Rundgang durch das Velodrome und verfolgen live diverse Radgruppen bei ihrem Training auf der 45° steilen Bahn.
Präsident Ralph Belke begrüsste die anwesenden Aktiv- und Passivmitglieder, Vertreterinnen und Vertreter des Zentralvorstands Jardin Suisse, des KMU- und Gewerbeverbands sowie Gäste aus benachbarten Regionen. Besonders hervorgehoben wurden die Sponsoren, die mit ihren finanziellen Beiträgen die Durchführung der Versammlung unterstützen.
Verbandsarbeit und Aktivitäten 2025
Rückblickend erinnerte sich Ralph Belke in seinem Jahresbericht an die GV 2025 mit einem Referat der Schweizerischen Nationalbank zur Geldpolitik.
Im vergangenen Jahr traf sich der Vorstand zu mehreren Sitzungen, um die laufenden Geschäfte zu führen, Projekte zu begleiten und Anträge vorzubereiten. Sämtliche Beschlüsse wurden im Gremium jeweils einstimmig verabschiedet, was die konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit unterstreicht. Die neue Sekretärin Petra Ali Mohammed hat sich rasch und zuverlässig eingearbeitet und ist zu einer wichtigen Stütze des Verbandes geworden.
Ein Schwerpunkt des Jahres bildete die Berufsbildung: Die Lehrabschlussprüfungen wurden wie gewohnt zweigeteilt im März sowie im Mai durchgeführt. Die anschliessende Abschlussfeier fand am 25. Juni im Hotel Mövenpick Egerkingen statt, wo Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit Ausbildenden und Angehörigen ihren Erfolg bei einem Apéro in festlicher Atmosphäre feierten.
Im August organisierte der Verband einen Mitgliederanlass am Weissenstein. Trotz garstiger Witterung liessen sich zahlreiche Aktiv- und Passivmitglieder nicht abhalten; der geplante Apéro im Freien wurde kurzerhand in ein gemütliches Fondueessen im Restaurant umgewandelt. Zuvor informierte die Bauverwalterin der Gemeinde Recherswil über das Baubewilligungsverfahren und gab praktische Einblicke in behördliche Abläufe.
Lehrabschluss und Prüfungswesen
2025 traten insgesamt 21 Kandidatinnen und Kandidaten zu den Lehrabschlussprüfungen im Garten- und Landschaftsbau an. 16 davon absolvierten die Prüfung im Kanton Solothurn, 15 schlossen erfolgreich ab. Die praktischen Prüfungen fanden während rund dreieinhalb Tagen im Ausbildungszentrum Oeschberg statt.
Bei den Gärtnerinnen und Gärtnern EFZ, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, wurde ein Notendurchschnitt von 4,6 in der praktischen Arbeit, 4,66 in der Pflanzenkenntnis und 4,6 in den Berufskenntnissen erreicht, was zu einer Gesamtnote von 4,66 führt und damit leicht über dem Vorjahreswert liegt. In der Fachrichtung EBA Garten- und Landschaftsbau absolvierten vier Lernende aus dem Kanton Solothurn die Ausbildung erfolgreich, in der Pflanzenproduktion bestanden zwei Kandidaten ihre Prüfungen.
Finanzen und Rechnungslegung
Die Erfolgsrechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn von 7’007.70 Franken ab. Gegenüber dem Budget ergibt sich eine positive Abweichung beim Ertrag von rund 3’819 Franken, vor allem aufgrund höherer Mitgliederbeiträge – auch dank zwei neuer Mitglieder – sowie höherer Beiträge an die Lehrabschlussprüfungen. Auf der Aufwandseite fielen insbesondere die Kosten für die Lehrabschlussprüfungen höher aus als geplant, da mehr Kandidierende geprüft wurden und die Prüfungen sehr gut ausgelastet waren.
Weitere Mehraufwände entstanden bei der Überarbeitung der Verbandszeitschrift «Grüne Post» sowie bei der Aktualisierung der Verbandswebsite durch die Kommunikationsagentur Mosaik. Demgegenüber konnten in anderen Betriebsaufwandspositionen Einsparungen realisiert werden, sodass sich insgesamt ein solides Jahresergebnis ergibt.
In der Bilanz zeigt sich ein Rückgang des Umlaufvermögens um gut 34’000 Franken, was hauptsächlich mit tieferen flüssigen Mitteln zusammenhängt. Das Anlagevermögen nahm dagegen zu, da ein Darlehen an den Erweiterungsbau des Kurszentrums Oeschberg gewährt wurde. Auf der Passivseite reduzierten sich sowohl das kurz- als auch das langfristige Fremdkapital, unter anderem durch Rückzahlungen von Darlehen an Mitglieder. Das Verbandskapital beträgt neu rund 324’150.15 Franken.
Die Revisoren, zum letzten Mal vertreten durch den scheidenden Thomas Lüthi, bestätigten im Bericht vom 12. Januar 2026 die korrekte Buchführung und empfahlen der Generalversammlung, die Jahresrechnung zu genehmigen und Vorstand sowie Sekretariat Entlastung zu erteilen. Die Versammlung folgte dieser Empfehlung einstimmig.
Budget 2026 und Beiträge
Für das Jahr 2026 budgetiert der Verband Mitgliederbeiträge von 44’500 Franken und Beiträge an die Lehrabschlussprüfungen von 20’000 Franken aus dem Berufsbildungsfonds. Im Bereich Verbände sind Beiträge von 9’200 Franken vorgesehen, der übrige Betriebsaufwand – insbesondere Verwaltung und Informatik – summiert sich auf rund 35’300 Franken. Unter Berücksichtigung von Zinsen und Steuern rechnet der Verband für 2026 mit einem leichten Defizit von rund 990 Franken.
Die Jahresbeiträge sowie die Taggeldentschädigungen bleiben unverändert und wurden von der Generalversammlung diskussionslos bestätigt. Damit setzt der Verband bewusst auf Kontinuität in der Beitragsgestaltung.
Wahlen und personelle Veränderungen
Im Vorstand kommt es zu keinen grösseren Umbrüchen, Präsident Ralf Belke und Vizepräsident Martin Tschopp wurden in ihren Funktionen bestätigt. Auf Ebene Rechnungsrevision gab es hingegen eine Verschiebung: Da der bisherige Revisor Thomas Lüthi den Kanton verlässt, wurde ein neues Mitglied für die nächsten zwei Jahre als erster Revisor gewählt, während ein weiteres Mitglied als Ersatzrevisor nachrückt.
Für die Delegiertenversammlung von JardinSuisse Schweiz im März in Bern wurden der Präsident sowie Remo Emch als Delegierte bestimmt. Zudem wurde festgehalten, dass Jannick Aschwanden weiterhin im Verwaltungsrat des Kurszentrums Oeschberg Einsitz nimmt und somit die Verbindung zwischen Verband und Ausbildungszentrum sichergestellt bleibt.
Informationen aus dem Zentralverband
Tobias Meyer überbrachte als Vertreter des Zentralvorstands aktuelle Informationen aus dem Dachverband JardinSuisse. Er berichtete über personelle Veränderungen im Zentralvorstand, unter anderem über den Rücktritt von Olivier Mark, Präsident Zentralvorstand, im 2027. Der Zentralvorstand hat sich daher entschieden, eine Findungskommission zu gründen. Bei der Zusammensetzung der Findungskommission hat der Zentralvorstand laut Tobias Meyer darauf geschaut, dass alle Regionen und alle Fachgruppen vertreten sind.
Ein zentrales Thema war die Mitgliederentwicklung: In der Schweiz stehen rund 1’750 Mitgliedsbetrieben etwa 4’000 potenzielle Betriebe gegenüber, die noch nicht organisiert sind. Um die Quoren im Berufsbildungsfonds zu sichern und die Allgemeinverbindlichkeit zu erhalten, werden neue Instrumente zur Mitgliedergewinnung diskutiert, darunter eine befristete Direktmitgliedschaft mit anschliessendem Übergang in die Regionalsektionen. Zudem wurde ein sogenanntes «Relaunch-Paket» vorgestellt, das unter anderem eine Stärkung der digitalen Kommunikation, die Modernisierung der Website und Verbesserungen bei den Anstellungsbedingungen der Geschäftsstelle umfasst.
Weiter informierte er über «JardinTop», die Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, die gemeinsam mit der Suva entwickelt wurde. Aufgrund neuer Anforderungen und steigender Erwartungen soll die Lösung überarbeitet und an die Betriebsgrössen angepasst werden, was auch eine Anpassung der Gebühren für Mitglieder und Nichtmitglieder mit sich bringt.
Gesamtarbeitsverträge und Sozialpartnerschaft
Ein weiterer Schwerpunkt betraf die Arbeitsbedingungen in der grünen Branche: In mehreren Regionen bestehen allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge, die teils sehr unterschiedliche Regelungen kennen. Um einen «Flickenteppich» zu vermeiden und den Druck der professionell organisierten Gewerkschaften besser zu kanalisieren, wurde eine Verbandskommission eingesetzt, die regionale Vertreterinnen und Vertreter sowie Mitglieder der Verhandlungsdelegationen zusammenbringt. Ziel ist es, mittelfristig einheitlichere Standards zu schaffen und die Sektionen bei den Verhandlungen fachlich zu unterstützen.
Digitalisierung und neue Arbeitsweisen
Katinka Voramwald überbrachte Grussworte aus dem KGV SO, dem kantonalen Gewerbeverband Solothurn und sprach in ihrem Kurzreferat über Digitalisierungsthemen. Dazu zählen die digitale Zeiterfassung – in anderen Branchen längst Standard – sowie der Einsatz von KI-gestützten Werkzeugen etwa für Textarbeiten oder Planungen. Ralph Belke hob die Verbandswebsite von JardinSuisse wie auch die des KGV als wichtige Informationsquellen hervor, die insbesondere während der Corona-Pandemie von grossem Dienst war. Die Jardin Suisse Website soll übrigens mit einer neuen, übersichtlicheren Struktur und einem geschützten Mitgliederbereich weiter gestärkt werden.
Mutationen, Ehrungen und neue Mitglieder
Leider musste der Verband im vergangenen Jahr von zwei langjährigen Persönlichkeiten Abschied nehmen. Der frühere Betriebsleiter Peter Wenger verstarb im Alter von 81 Jahren, erst vor wenigen Tagen folgte ihm der langjährige Präsident und Ehrenmitglied Othmar Wullimann im Alter von 95 Jahren. Die Versammlung gedachte beider in einer Schweigeminute.
Auf der anderen Seite durfte sich der Verband über Neuzugänge freuen: So wurde unter anderem die Firma Hortima AG – vertreten durch Junes Babay – als neues Passivmitglied aufgenommen. Das Unternehmen ist im B2B-Grosshandel tätig und beliefert Gärtnereien mit Produkten rund um Pflanzenpflege, Bewässerung und Baumschule. Ebenfalls stellte sich Christof Ingold von der Firma Ingold Baumschulen AG vor, welche die Flückiger Baumschulen übernommen hat und weiterhin als Aktivmitglied bei Jardin Suisse geführt wird.
Ausblick und Schlusswort
Mit der überarbeiteten «Grüeni Poscht», die künftig mindestens einmal jährlich erscheinen soll, stärkt der Verband seine interne Kommunikation und den fachlichen Austausch.
Zudem sind Reiseziel und Datum für die nächste Vorstandsreise nach Kopenhagen bereits festgelegt, nachdem die letztjährige Reise nach Wien mit Stadtbesichtigungen, Radtouren und einem Bad in der Alten Donau grossen Anklang gefunden hatte. Die Vorstandsreise wird selbstverständlich selber bezahlt und dient der Teamförderung und dem kollegialen Austausch.
Der Präsident stellt die Agenda des kommenden Jahres vor: Die Lehrabschlussprüfungen starten im März, mit weiteren Prüfungstagen im Mai und der Abschlussfeier im Juni. Zudem sind Vorstandssitzungen am 20. April und 22. August geplant sowie die Teilnahme an der Berufsinfomesse „BIM in Olten“ Anfang September mit mehreren Einsätzen am Verbandsstand.
Ebenfalls vorgesehen ist im September erneut ein Mitgliederanlass, ähnlich wie im Vorjahr mit spannendem Besichtigungsprogramm. Die 110. Generalversammlung findet voraussichtlich am 20. Januar 2027 im unteren Kantonsteil statt.
Zum Abschluss dankte Präsident Ralf Belke dem Vorstand, der Sekretärin und allen Engagierten für die kollegiale Zusammenarbeit und das grosse ehrenamtliche Engagement. Den Mitgliedern wünschte er ein erfolgreiches Geschäftsjahr und ermutigte sie, aktiv zur Mitgliedergewinnung und zur Stärkung des Berufsstandes beizutragen.
Das anschliessende Apéro riche im Restaurant des Velodrome Grenchen bot Gelegenheit für persönliche Gespräche und einen geselligen Ausklang des Abends.




















































